26.Juni - Tiefpunkte durchstehen

Ein inneres Tief kann tagelang andauern. Wir fühlen uns träge, lustlos und gelegentlich von Gefühlen überwältigt, die wir nicht einordnen können. Wir verstehen nicht, was mit uns los ist. Auch unsere Versuche, an unserer inneren Heilung zu arbeiten, wollen nicht klappen. Wir fühlen uns emotional, seelisch und spirituell nicht auf der Höhe.

In einem solchen Tief fallen wir wider besseres Wissen in alte Gefühls- und Verhaltensmuster zurück. Wir kehren zu zwanghaften Handlungen zurück, obgleich wir sie als solche erkennen und wissen,
dass es uns nichts bringt. Wir wenden uns verzweifelt an andere Menschen um Rat und Trost, obschon
wir wissen, dass unser Wohlbefinden und unser Glück nicht von anderen kommt.

Wir beginnen, Sachverhalte persönlich zu nehmen, die uns nicht betreffen, und reagieren in einer Art, die nicht funktioniert, wie wir nur zu gut wissen.

Wir sind an einem Tiefpunkt angelangt. Dieser Zustand dauert nicht ewig. Solche Phasen sind normal, sogar notwendig. Es sind Tage, die wir durchstehen müssen. Es sind Tage, an denen unsere innere Heilung fortgesetzt wird, auch wenn die Belohnungen sich nicht umgehend einstellen. Es sind manchmal Tage, an denen wir uns in Ruhe lassen und uns lieben wollen, so gut wir es vermögen.

Wir müssen uns nicht schämen. Wir müssen nicht unvernünftig >mehr< von uns verlangen. Wir müssen nie von uns erwarten, ein perfektes Leben zu führen.

Stehe das seelische Tief durch. Es wird ein Ende haben. Manchmal dauert ein Tief tagelang, und plötzlich, innerhalb weniger Stunden, verziehen sich die Wolken, und wir fühlen uns wieder wohl. Das Stimmungstief kann aber auch länger anhalten.

Beginne, Dich in einem kleinen Bereich langsam aus Deinem Tief herauszuarbeiten. Bald wird es verschwunden sein. Wir können heute nie darauf schließen, wo wir morgen sein werden.

Heute will ich mich auf meine innere Heilung in einem Problembereich konzentrieren und darauf vertrauen, dass mich das vorwärts bringt. Ich werde daran denken, dass eine bejahende Haltung, Dankbarkeit und innerer Abstand gute Maßnahmen sind, um damit zu beginnen.